Seit einigen Jahren werden wir bei der Flugbuchung gefragt, ob wir klimafreundlich reisen und die entstehende CO2-Belastung mit Geld kompensieren wollen. Aber: Geht das überhaupt? 

Ja und nein. Denn: Die Idee hinter der CO2-Kompensation ist, dass man mit einem Aufpreis in Form einer finanziellen Spende Emissionen einsparen kann. Natürlich nicht die eigenen, denn der Flug verursacht trotzdem CO2. Die Spende geht an Klimaschutzprojekte, die dabei helfen, CO2 anderorts einzusparen. Und das geht so:

Sogenannte „Kompensationsunternehmen“ wie atmosfair berechnen deine persönlichen CO2-Emissionen anhand deiner Flugstrecke und des Flugzeugmodells und in weiterer Folge die Höhe der Spende, mit der man diese Menge kompensieren kann.

Infografik über CO2-Kompensation
Quelle: www.atmosfair.de

Von diesen Firmen gibt es übrigens viele – Airlines und Buchungsplattformen suchen sich eine davon aus und arbeiten mit dieser zusammen, sodass man gleich bei der Buchung den Aufpreis mitbezahlen kann.

Man kann sich natürlich auch selbst ein Kompensationsunternehmen suchen, dessen Klimaschutzprojekte einem besser gefallen, dort online die „Kompensationsspende“ berechnen lassen und gleich bezahlen. Immerhin geht es ja nicht nur ums Spenden, sondern auch darum, wofür das Geld dann verwendet wird.

Liest man sich ein wenig ein, kommt man auch schnell drauf, dass die gängigen Kompensationsunternehmen alle ein bisschen anders rechnen. Und: Man kann auch Warmwasser- und Stromverbrauch, sowie Auto- und Zugfahrten kompensieren. Auch dabei wird ja CO2 emittiert.

Unser heutiges CO2-Problem

Das CO2-Problem in Bezug auf das Fliegen ist deshalb so groß, weil viel mehr Menschen fliegen als noch vor einigen Jahren. Am Flughafen Wien sind alleine im Jahr 2018 circa zehn Prozent mehr Passagiere abgehoben. Während es in den Vorjahren meistens „nur“ sechs bis sieben Monate über die 2-Millionen-Passagiersgrenze schafften, waren es 2018 „stolze“ neun Monate. Und 2019 dürfte noch extremer werden: Im April waren 28 Prozent mehr Fluggäste unterwegs als im Jahr davor.

CO2-Kompensation – wieviel soll ich spenden?

Die Kompensationsbeiträge variieren bei den Onlinerechnern. Das liegt hauptsächlich an den unterschiedlichen Berechnungsschlüsseln und Projektkosten (je nach Projekt kann der Preis pro Tonne CO2 höher oder niedriger sein). Hier ein paar Beispiele:

  • Wien – London Heathrow: zwischen 7€ und 16€
  • Wien – Bangkok: zwischen 54€ und 114€
  • Wien – Los Angeles: zwischen 84€ und 149€
  • Wien – München: zwischen 6€ und 10€

Klimaschutzprojekte für die CO2-Kompensation

Das gespendete Geld kommt Klimaschutzprojekten zugute, die CO2 einsparen. Laut der Universität für Bodenkultur Wien ist es für die Weltbilanz egal, wo Treibhausgase produziert, und wo sie eingespart wurden. Viele der Klimaschutzprojekte werden in Afrika realisiert und beschäftigen sich mit Aufforstungen oder modernen Kochmöglichkeiten, die ohne Feuer auskommen. Beispiele dafür sind:

  • Effiziente Kocher für Familien in Kenia, die sonst auf offenen Feuerstellen kochen. Dadurch wird bis zu 50 Prozent weniger Feuerholz verbraucht.
  • Biomassekraftwerke in Zentralamerika, die das Sägemehl der umliegenden Sägereien zu Gas und somit erneuerbarer Energie mit reduzierten CO2-Emissionen umwandeln.
  • Wiederaufbau und Intakthaltung von europäischen Mooren, die dadurch wieder CO2 speichern und nicht mehr in die Atmosphäre abgeben.
  • Aufforstung von Regenwäldern in Costa Rica, wodurch CO2 aus der Atmosphäre gebunden werden soll.
Luftaufnahme vom Amazonas Fluss
Amazonas: die grüne Lunge der Welt – © Filipe Frazao/Shutterstock.com

Natürlich wäre der beste Weg, so wenig CO2 wie möglich zu produzieren. Immerhin muss man seinen ökologischen Fußabdruck verantworten können. Wenn man reisen möchte, sind diese Projekte aber unserer Meinung nach eine gute Möglichkeit, zumindest einen Teil für unsere Erde wieder gut zu machen.

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