Eindrucksvolle Landschaften und kräftezehrende Wanderungen – daran erinnern sich Maren und Manuel von Roadtrip the World während ihres Trips durch Südtirol gerne. Sie erzählen von abenteuerlichen Touren und wie sie touristische Highlights wie den Pragser Wildsee ganz auf ihre eigene Art erkundet haben.

Wir waren zwei Wochen im Juli 2018 unterwegs und haben in dieser Zeit knapp 2.000 km zurückgelegt. Wie immer hätte der Urlaub natürlich gerne länger sein dürfen, an sich hatten wir aber genug Zeit, die Wanderungen und Orte, die wir uns vorab rausgesucht hatten, zu erkunden. Der Vorteil des Reisemonats Juli war sicherlich das fast durchgängig gute Wetter. Natürlich waren wir an den bekannten Sehenswürdigkeiten nicht allein, wir haben aber immer Möglichkeiten gefunden, den Menschenmengen zu entkommen.

Wir würden Südtirol empfehlen, weil es eine super vielfältige Reise ist! Man entdeckt innerhalb von zwei Wochen die Bergwelten von drei Ländern (Deutschland, Österreich, Italien) und auch während der Fahrt vergeht kaum eine Stunde, in der man nicht an einem schönen See oder einem idyllischen Örtchen Halt machen kann. Wir sind leidenschaftliche Hobbyfotografen und kamen jeden Tag mit hunderten neuer Bilder auf unserer Speicherkarte von unseren Ausflügen und Wanderungen zurück.m Und noch ein wichtiges Argument, das definitiv für Südtirol spricht: Das leckere, herzhafte Essen, was nach einer anstrengenden Wanderung gleich nochmal doppelt so gut schmeckt! 😉

Unsere Reiseroute in Südtirol

München – Biberwier – Innsbruck – Toblacher See – Lago di Misurina – Pragser Wildsee – Drei Zinnen – St. Ulrich – Seceda – Seiser Alm – Schlern – München

Wir sind von unserer Heimat Hamburg aus nach München geflogen. Dort startete dann der Roadtrip über Österreich bis nach Italien in die Dolomiten. Unser erster Halt war das Örtchen Biberwier, von wo aus wir die Zugspitzregion erkundeten. Nach einem Zwischenstopp im schönen Innsbruck ging unsere Reise weiter vorbei am Toblacher See zum Lago di Misurina – unser Ausgangspunkt für Ausflüge zum Pragser Wildsee und den berühmten Drei Zinnen. Die nächsten drei Tage verbrachten wir im idyllischen Urlaubsort St. Ulrich und bestiegen die wunderschöne Seceda. Den krönenden Abschluss unserer Reise machte eine dreitägige Hüttentour über die Seiser Alm mit Übernachtungen auf der Grasleitenhütte und dem Schlernhaus. Nach der Tour verbrachten wir noch eine Nacht im Örtchen Schlern, bevor es wieder Richtung München ging. Eine umfassende Beschreibung unserer Route mit allen Details findet ihr auch auf unserem Blog.

Unsere Highlights in Südtirol

Da gibt es einige! Der Pragser Wildsee mit seinem smaragdgrünen Wasser und den malerischen Holzbooten war natürlich super schön und auch die Drei Zinnen haben uns sehr begeistert. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns aber vor allem die Wandertouren, die uns körperlich an unserer Grenzen gebracht haben. Diese Momente, wenn man einfach nur ankommen möchte und das beflügelnde Gefühl, wenn man dann endlich oben auf einem Gipfel oder in einer Hütte sitzt und bei einem kühlen Radler den Aufstieg Revue passieren lässt.

Tal-Aufstieg zur Seceda

Eine dieser kräftezehrenden, aber wahnsinnig lohnenswerten Wanderungen war zum Beispiel unser Tal-Aufstieg zur Seceda aus dem Örtchen St. Ulrich. Normalerweise legt man den größten Teil der Höhenmeter mit einer Seilbahn zurück, die direkt von St. Ulrich aus startet. Der Host unserer Unterkunft motivierte uns jedoch, die kompletten 1.400 Höhenmeter vom Tal bis zum Gipfel zu Fuß zu absolvieren. Bei etwa 30 Grad wanderten wir fünf Stunden lang immer höher und höher und konnten lange kaum glauben, dass wir das Ziel, das wir durch die Bäume in weiter Ferne erspähen konnten, jemals erreichen würden. Die letzten hundert Meter kippte dann noch das Wetter und es ging bei Regen und Wind über einen steilen Klettersteig zum Gipfel. Zwischenzeitlich waren wir mit unseren Kräften echt am Ende, aber oben angekommen, entschuldigte das atemberaubende Panorama für alle Anstrengungen!

Aufstieg vom Pragser Wildsee zur Rossalm

Ein anderes abenteuerliches Highlight war für uns der Aufstieg vom Pragser Wildsee zur Rossalm. Wahrscheinlich vor allem deswegen, weil wir diese Wanderung sehr spontan, eigentlich mehr als Kurzschlussreaktion auf die Menschenmassen am See, antraten. Die Tour ist landschaftlich sehr vielseitig – es geht über kahle Schotterpisten, aber auch durch grüne Wälder und Wiesen und die beinahe mystisch anmutende Bergwelt des Naturparks Fanes-Sennes-Prags mit seinen orange-gelben Felsformationen. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Wanderung aber vor allem deswegen, weil uns etwa am höchsten Punkt unserer Tour ein Gewitter überraschte und wir bei strömenden Regen joggend den Abstieg antraten, während links und rechts von uns im Sekundentakt Blitze herunterschossen. Wir waren so unglaublich glücklich, als wir sicher und gesund, wenn auch bis auf die Knochen nass, wieder in unserem Mietwagen saßen. Auch wenn das jetzt vielleicht nach einem wenig erstrebenswerten Erlebnis klingt, würden wir diese Wanderung auf jeden Fall weiterempfehlen – natürlich unter vorheriger Prüfung der Wetterlage!

Hüttentour von Weißlahnbad über die Seiser Alm

Empfehlen würden wir außerdem die dreitägige Hüttentour vom Örtchen Weißlahnbad über die Seiser Alm. Für uns war es die erste Rucksacktour dieser Art und der perfekte Einstieg in die Welt der Hütten-Tourer. Zum einen ist die Bergwelt rund um den Schlern und die Seiser Alm einfach atemberaubend schön, zum anderen ist nichts vergleichbar mit dem Gefühl, am Ende eines Tages voller neuer Eindrücke im Hüttelschlafsack eingekuschelt einzuschlafen und am nächsten Morgen die Sonne zwischen den Bergen aufgehen zu sehen. Besonders ans Herz legen können wir euch vor allem den Aufstieg zum Gipfel des Petz vor Sonnenaufgang, der vom Schlernhaus aus in etwa 25 Minuten zu erreichen ist. Wir haben noch nie einen so schönen Sonnenaufgang gesehen, wie dort!

Was wir euch noch mitgeben möchten

Überlege dir vorher, welche Highlights du sehen möchtest und plane an den entsprechenden Orten genug Zeit ein, um zum Beispiel bei schlechtem Wetter flexibel zu bleiben. Sprich mit Einheimischen, um Geheimtipps zu bekommen, die nicht im Reiseführer stehen: Gute Restaurants oder wie in unserem Fall die Info, dass man sich die 30 € für die Seilbahn sparen kann. Und ganz wichtig: Falls du eine Hüttentour planst, überlege auf jeden Fall zwei Mal, ob du WIRKLICH alles brauchst, was in deinem Rucksack ist. Jedes Kilo zählt und drückt dich spätestens am zweiten Tag der Tour ganz schön in die Knie – wir sprechen aus Erfahrung! Außerdem solltest du frühzeitig nach geeigneten Hütten schauen, denn in der Hauptsaison sind die beliebten Unterkünfte bereits Monate im Voraus ausgebucht und man erhascht nur noch mit Glück einen Platz in einem der großen Schlafsäle.

Alle Fotos: © Manuel Peters und Maren Weißhaupt (schaut doch auf ihrem Reiseblog „Roadtrip the World“, auf Instagram oder Facebook vorbei und lasst ein Like dort!)

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