10 Tage im Glück – unser Island Reisebericht

Reynisfjara Strand Langzeitbelichtung
Reynisfjara - © Hello Planet

Island hat mein Leben verändert. Das klingt kitschig, vielleicht poetisch, ist aber genau so, wie es sich anfühlt. Zehn Tage Island haben mein Lebensgefühl verändert und meine Motivation, Dinge anzupacken. Und es hat ein 24/7-Fernweh in mir entstehen lassen, das ich noch nie zuvor gefühlt habe!

In Island ist alles langsamer. Außer der Wind und die Umstellung von Sommer auf Winter. Aber alles ist ruhiger, stiller und intensiver. Die Luft ist klar und man hört den Wind, das Rauschen von Meer und Wasserfällen oder das Gluckern von warmen Quellen doppelt so laut.

Island – Die Route unserer Rundreise

Für unseren ersten Island-Trip haben wir uns für die klassische Route der Ringstraße entschlossen, die einmal um die Insel führt. Man deckt das Wichtigste des Landes ab: Wasserfälle, Vulkane, Basalt-Klippen und kochende Wasserquellen.

Tag 0: Die meisten Flüge kommen mitten in der Nacht an. Wir mieten uns gleich am Flughafen ein Auto an, mit dem es zum Ocean View Guesthouse für die erste Nacht geht. Gerade mal eine Stunde auf der Insel, wissen wir schon, wie die Uhren hier ticken: Die Türen sind offen, man nimmt sich seinen Schlüssel und die Hausleute gehen davon aus, dass man so selbstbestimmt ist, dass man sein Zimmer schon findet und am nächsten Morgen auch wirklich zahlen wird.

Tag 1: Der erste Tag bringt uns gleich zur Touristenroute, dem Golden Circle, der sich nur eine kurze Fahrtzeit vom Flughafen bzw. Reykjavik befindet. Hier gibt’s den Geysir, die Wasserfontäne, nach der alle anderen auf der Welt benannt sind. Es ist unglaublich, wie grün Wiesen und Moosflächen sein können. Wir bemerken auch zum ersten Mal, wie  teuer dieses Land wirklich ist – eine kleine aber gute Suppe im Lokal beim Golden Circle kostet etwa 9€. Wer Haube oder Schal vergessen hat, kann sich heimische Strickwaren kaufen – unter 40€ gibt’s aber nichts. Nach einer Wanderung auf Reykjaviks Hausberg geht’s in die Hauptstadt, wo wir Tiefkühlpizza in der Hotelküche zubereiten.

Tag 2: Heute geht’s auf die Halbinsel Snaefellsnes. Am Ytri Tunga Beach werden wir beim Herumspazieren von Robben beobachtet. Ein Fotostop bringt uns zur schwarzen Kirche Búðir, eine der ältesten Holzkirchen des Landes. Sie steht so seelenruhig in der Landschaft, rundherum ein Meer von Nichts, dass sie eines meiner Foto-Highlights des ganzen Urlaubs ist. Weiter geht’s zur Rauðfeldsgjá-Schlucht mit ihrem engen Wasserfall. Wer wasserfeste Kleidung mit hat, kann den Wasserfall sogar hinaufklettern. Das nächste Highlight findet sich kurz nach der Schlucht, nämlich der schwarze Strand Djúpalónssandur. Der rabenschwarze Kieselsand ist hier und da mit rostigen Wrackstücken übersäht, nachdem 1948 hier ein Schiff gestrandet ist. Wir bemerken, dass es die Wellen hier wirklich in sich haben – und landen von oben bis unten durchnässt in unserer Unterkunft in Grundarfjördur. An dieser Stelle sei nochmal erwähnt: In Island gibt es kaum Hotels, die meisten Unterkünfte sind Pensionen mit Gemeinschaftsbädern oder, wie hier, ein Zimmer bei einer isländischen Familie.

Weiter geht’s hier mit den nächsten Tagen: