Endlich wieder Kletterzeit! Und wenn weiter oben noch der Schnee liegt, muss man eben die niedrigeren Gipfel angehen. Das bedeutet aber keineswegs, dass diese minder schön sind. Ganz im Gegenteil. Im Salzkammergut gibt es viele Wander- und Kletterrouten mit einem herrlichen Blick in das umliegende Seenland. Wie die Drachenwand oder den Südwestgrat auf den Traunstein, die wir gemeinsam mit Andi und Patrick an einem traumhaften Wochenende Ende Mai erkraxlt und ein paar Fotos mitgebracht haben.

Drachenwand Klettersteig

Die Drachenwand ist längst kein Geheimtipp mehr. Kein Wunder, der Klettersteig zählt zu den schönsten der Region. Dabei ist er nicht allzu schwer (max. C) und bietet geniale Tiefblicke, eine spektakuläre Hängebrücke und einen traumhaften Ausblick auf den Mondsee.

Die Hängebrücke im Drachenwand Klettersteig mit Kletterer

Das zieht logischerweise jede Menge Via Ferrata Fans an. Während wir hier vor einigen Jahren noch fast alleine unterwegs waren, sind wir diesmal beinahe schon in einer Karawane hochgekraxlt. Aber in solchen Fällen muss man die Dinge einfach positiv sehen und die Wartepausen als Möglichkeit betrachten, das wunderschöne Panorama zu genießen.

Was sich über die Jahre hingegen nicht geändert hat, ist der etwas mühsame Abstieg mit seinem 100 Höhenmeter Gegenanstieg (die Rache des Drachen) und stellenweise sehr rutschigen Waldwegen.

Hänebrücke im Drachenwand Klettersteig von oben

Nichtsdestotrotz ist die Drachenwand immer wieder eine lohnenswerte Tour, die man aufgrund der niedrigen Gipfelhöhe schon sehr früh im Jahr machen kann – sofern der Abstiegsweg im Winter nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier könnt ihr euch erkundigen, ob der Klettersteig aktuell geöffnet hat.

Südwestgrat auf den Traunstein

Das Highlight des Wochenendes war aber zweifelsohne der Südwestgrat auf den Traunstein. Nach einem 30-minütigen Zustieg über den Naturfreundesteig biegt man vom Hauptpfad ab und ist plötzlich beinahe alleine unterwegs – hier und da trifft man eine Seilschaft. Im Vergleich zum Vortag auf der Drachenwand war das eine willkommene Abwechslung.

Kletterer am Südwestgrat auf den Traunstein

Der Südwestgrat ist kein Klettersteig, man muss ihn also selbst mit dem Seil erklettern. Und das ist – kurz gesagt – einfach nur spektakulär. Denn für seinen doch eher niedrigen Schwierigkeitsgrad (3+) ist die Kraxelei extrem ausgesetzt und an gewissen Stellen geht es links und rechts einfach ein paar Hundert Meter runter. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier oberstes Gebot und ich war froh, dass Patrick den Vorstieg übernommen hat.

Leider haben wir etwas länger gebraucht als gedacht – wir waren zum ersten Mal als Dreierseilschaft unterwegs – und haben darum den Gipfel des Traunsteins (der vom Ausstieg der Kletterei noch einmal gemütliche eineinhalb bis zwei Stunden entfernt ist) ausgelassen und sind nach den elf Seillängen direkt wieder abgestiegen. Es war aber niemand traurig, den das gerade Erlebte war die Anreise wert – inklusive einem Badestopp im noch sehr kalten Traunsee.

Der Südwestgrat ist für Fans von Gratklettereien ein Muss! Man darf die Tour aber auf keinen Fall unterschätzen. Sie ist sehr lang und stellenweise wirklich ausgesetzt was (zumindest für mich) mental fordernd ist. Wenn man jedoch die nötigen Voraussetzungen mitbringt, ist die Klettertour ein Abenteuer, das man bestimmt nicht so schnell vergessen wird.

Ausgesetzte Passage an Südwestgrat vom Traunstein

Eine detailliert Tourenbeschreibung findet ihr hier. Wir empfehlen die Mitnahme von ein paar mobilen Sicherungsgeräten, da gewisse Stellen (vor allem im oberen Teil) nicht besonders gut abgesichert sind.

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