Olperer Besteigung – Traveldiary

Hängebrücke bei der Olpererhütte

Der Olperer ist mit 3.476 Meter zwar „nur“ der dritthöchste Gipfel der Zillertaler Alpen, aber zweifelsohne einer, wenn nicht sogar der schönste Aussichtsberg der Region.

Nachdem wir von Wien anreisen mussten, haben wir uns dafür entschieden, die Tour auf zwei Tage aufzuteilen und eine Nacht auf der Olpererhütte zu schlafen. Eine wunderbare Idee, wie sich herausstellte. Die Hütte wurde 2007 neu gebaut und ist nicht nur äußerst komfortabel (was hier als Lager gilt, wird auf vielen Hütten als Zimmer geführt), sondern bietet auch eine Gaststube mit einmaligem Panoramafenster. Da schmeckt das Gröstl gleich doppelt so gut. Der Zustieg vom Schlegeis Stausee (600hm) dauert ca. 1:30 Stunden und ist ein gemütlicher Wanderweg (Tipp: Wenn man am Stausee ankommt, nicht gleich am ersten Parkplatz stehen bleiben, weiter vorne gibt es direkt beim Beginn des Wanderwegs noch mehr Parkplätze).

Nach einer gemütlichen Nacht ging es dann gegen 06:00 Uhr los Richtung Gipfel. Zuerst entlang eines markierten Wanderweges, dann leichte Kraxelei durch wegloses Blockgelände (immer den Steinmännchen folgen) bis zum Schneegupf. Hier hieß es Steigeisen anlegen und ab über das bis zu 30° steile Eisfeld. Danach geht es über einen kurzen aber stellenweise knackigen Klettersteig auf den Gipfelgrat des Olperers. Spätestens hier waren wir froh, dass wir unser Seil mit hatten, denn der Grat ist zwar nicht besonders schwer, aber sehr ausgesetzt. Wirklich geübte und trittsichere Bergsteiger sind hier zwar ungesichert unterwegs, trotz einiger Erfahrung haben wir uns aber für eine gesicherte Variante mit Seil entschieden. Schließlich wussten wir nicht, was genau auf uns zukommt und wie schwer es tatsächlich wird. Die Beschreibungen im Internet variieren nämlich sehr.

Nach 3-4 luftigen, aber schönen Seillängen (großteils leichte Kraxelei mit Gehgelände) erreichten wir schließlich gegen 10:30 den Gipfel des Olperers und durften bei Traumwetter alleine das unbeschreibliche Panorama erleben (Bilder sagen mehr als 1.000 Worte …) Nach gut 20 Minuten Pause kamen dann doch ein paar Leute nach. Wir haben Platz am Gipfel gemacht und mit dem Abstieg (ebenfalls über den Südgrat) begonnen. Gegen 15:00 waren wir dann wieder etwas erschöpft aber glücklich bei der Olpererhütte – natürlich nachdem wir der legendären „Instagrambrücke“ einen Besuch abgestattet haben – danke an dieser Stelle auch an Patrick, der bei der Tour immer wieder als Fotomodell herhalten musste. 🙂

Anmerkung: Den Olperer darf man auf keinen Fall unterschätzen – vor allem wenn man ihn ohne Bergführer geht. Wir empfehlen, ein Seil mitzunehmen, hinter uns haben einige ungesicherte Gruppen am ausgesetzten Grat wieder umgedreht, weil sie die Tour unterschätzt haben. Alles in allem ist es eine mittelschwere Hochtour, für die man einiges an Erfahrung mitbringen sollte.

Eine ausführliche Beschreibung zum Selberplanen der Tour findet ihr hier.

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