Andi und Daniel waren am Osterwochenende 2019 im Pitztal mit ihren Tourenski unterwegs und haben uns ein paar wunderschöne Eindrücke von ihren Skitouren auf die Wildspitze und den Wurmtaler Kopf mitgenommen. 

Das Pitztal ist ein Wahnsinn. Mitten in den Ötztaler Alpen gelegen, ist es eingekesselt von beeindruckenden 3.000 ern, die sich im Frühling wunderbar mit Ski besteigen lassen. Allen voran natürlich die einzigartige Wildspitze. Mit 3.770 Meter der höchste Berg Tirols und nach dem Großglockner der zweithöchste Österreichs.

Skitour Wildspitze

Da wir alles etwas kurzfristig und wetterabhängig geplant hatten, haben wir leider keinen Platz mehr auf einer Hütte bekommen. Da trifft es sich super, dass man die Wildspitze mit Liftunterstützung auch als Tagestour machen kann.

Panorama vom Skidepot der Wildspitze
Panorama vom Skidepot der Wildspitze

Der Gletscherexpress und im Anschluss die Mitterbergbahn (es gibt spezielle Skitourenkarten für 32 Euro) brachten uns um 08:30 von Madarfen direkt auf 3.166 Meter. Mit einer kurzen aber steilen Abfahrt auf den Taschachferner, den Gletscher der Wildspitze, haben wir das Skigebiet verlassen und mit der eigentlichen Skitour losgelegt. Also Felle aufgezogen und angeseilt (wir waren zwar die einzigen am Seil und eigentlich ist es nicht unbedingt nötig, aber als Übungszweck wollten wir trotzdem eine 2er-Seilschaft bilden).

Ab hier geht es dann relativ gemütlich in beeindruckendem Panorama stetig bergauf (eine genaue Tourenbeschreibung zum Selberplanen findet ihr hier) und nach einer kurzen steileren Stufe erreichten wir nach ca. 2:30 Stunden das Skidepot und den Gipfelgrat. Zugegeben: Wir hätten uns etwas besser akklimatisieren können, denn wir haben die Höhe ordentlich gespürt. Kein Wunder, die Luft auf knapp 3.700 Meter Höhe hat nur mehr eine Sauerstoffsättigung von etwas mehr als 60 % im Vergleich zum Meeresniveau. Also haben wir erstmal eine kurze Pause eingelegt und das Panorama genossen, bevor wir den Gipfelgrat mit seinen letzten rund 100 Höhenmeter in Angriff genommen haben.

Der Gipfelgrat auf die Wildspitze im Winter
Gipfelgrat auf die Wildspitze

Mit Steigeisen und Pickel ist der Grat für geübte Bergsteiger keine große Herausforderung und auch die kurze Kletterstelle kurz vorm Gipfel (1+) ist nicht besonders schwierig zu meistern. Nach rund drei Stunden standen wir dann, für eine Minute sogar nur zu zweit, am Gipfel der Wildspitze – etwas aus der Puste aber glücklich und voller Vorfreude auf das, was jetzt kommen würde: die Abfahrt.

Das schöne an Skitouren ist, dass man nicht runterlatschen muss und die Abfahrt über den Taschachferner, vorbei an Gletscherbrüchen, ist mit ihren über 2.000 Höhenmeter und 15 Kilometer Länge ein Schmankerl für sich (da man auf einem Gletcher mit Spalten unterwegs ist, sollte man hierfür Hochtouren- bzw. Gletschererfahrung mitbringen). Auch wenn sie schon pistenähnlich ausgefahren war, ist es ein beeindruckendes Erlebnis. Lediglich die letzte Kilometer im flachen Tal waren etwas nervig. Am Osterwochenende war es unnatürlich heiß und der Schnee in tieferen Lagen schon sehr sulzig. Wir mussten also immer wieder anschieben. Aber nach diesem Erlebnis nimmt man das gerne in Kauf.

Skitour Wurmtaler Kopf

Als zweite Tour haben wir uns für den Wurmtaler Kopf mit seinen etwas über 3.200 Meter entschieden. Startpunkt dafür ist der Riffelsee, den man ebenfalls von Mandarfen aus mit der Riffelseebahn erreichen kann. Die Tour ist zwar nicht besonders schwer, dafür ist sie auch nicht so überlaufen und landschaftlich genauso schön wie zum Beispiel der K2, der vom gleichen Startpunkt aus gemacht wird. Bei uns waren nicht einmal 20 Personen unterwegs obwohl Samstag war und wir Traumwetter hatten.

Über welliges Gelände geht es gemütlich bis zum Talschluss und dann über zwei Steilstufen zum Vorgipfel (eine genaue Tourenbeschreibung zum Selberplanen findet ihr hier). Von hier aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die mächtige Wildspitze mit ihrem Taschachferner. Den Gipfel haben wir an dem Tag, wie die meisten anderen, allerdings ausgelassen, weil uns der Grat stellenweise etwas unsicher ausgesehen hat und die Schneeverhältnisse nicht ideal waren.

Der Wurmtaler Kopf entpuppt sich vor allem bei der Abfahrt als geniales Skitourenziel. Man findet echt einige wunderbare Skihänge und wir konnten sogar (ohne Neuschnee seit über einer Woche) noch eigene Spuren im Firn ziehen. Ein Traum!

Das Pitztal

Das Pitztal ist ein absoluter Traum für Skitourengeher. Man kann dank Liftunterstützung (wenn man will natürlich auch ohne) herrliche 3.000 er mit märchenhaftem Panorama als Tagestouren machen. Aber auch Mehrtagestouren mit genialen Hütten als Stützpunkte sind möglich. Man sollte nur einen Tag mit einer leichten Tour zur Akklimatisierung einplanen, damit auch die wirklich hohen Gipfel keine Probleme bereiten. Ansonsten freuen wir uns auf unseren nächsten Aufenthalt im Pitztal!

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